Sascha Hildmann: „Wegkamp wird bei uns Zielspieler sein“

Sascha Hildmann: „Wegkamp wird bei uns Zielspieler sein“

Januar 4, 2021 0 Von Carsten Schulte

Seit Montag ist der SC Preußen Münster wieder im Training. Wobei das Team ja im Grunde nur wenige Tage frei hatte. Und schon in wenigen Tagen, am 16. Januar, geht es ja in der Liga wieder weiter. Die gute Nachricht zum Auftakt: (Fast) alle sind an Bord und gesund.

„Negativ“ war am Montag das positive Wort. Das gesamte Preußenteam kam frisch getestet zusammen, überall nur negative Ergebnisse. Corona bleibt beim SC Preußen vorerst kein Problem, zumindest was die Spieler betrifft. Also stand dem Trainingsauftakt nichts im Wege.

Auch Neuzugang Gerrit Wegkamp (27), Neuzugang aus Zwickau, mischte mit. „Ihn wollen wir jetzt schnell integrieren“, so Hildmann am Montagnachmittag im Gespräch mit 100ProzentMeinSCP. Der groß gewachsene Ochtruper soll beim SCP natürlich eine wichtige Rolle übernehmen, seine Verpflichtung ist auch eher ein Fingerzeig in Richtung kommende Saison. „Er wird bei uns Zielspieler sein, das weiß er auch“, so Hildmann. Dass Wegkamp nicht gerade eine furchterregende Torquote aufweist, müsse erst einmal gar nichts heißen. In der vergangenen Saison kam Wegkamp auf 6 Tore in 36 Saisonspielen. Stammspieler ja, aber kein Knipser. „Quote ist nicht alles“, relativiert Hildmann. In Aalen beispielsweise (107 Spiele, 23 Tore, aber auch 10 Vorlagen) sei Wegkamp oft auf die Seiten oder ins Mittelfeld ausgewichen. In Münster werde er eine andere Funktion erfüllen. „Hier wird er mehr Möglichkeiten in der Box bekommen“, verspricht der Trainer.

Und so ist die Erwartung auch klar: „Ich gehe fest davon aus, dass er in der Regionalliga besser trifft.“ Fit ist er ja, in Zwickau stand er voll im Betrieb, weswegen ihm Hildmann direkt einen „sehr guten Zustand“ bescheinigte.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Auf dem Trainingsplatz wird sich zumindest kurzfristig eher nichts Konkretes tun. So erwartet es der Trainer. Allerdings will der SCP in den kommenden Tagen und Wochen durchaus Probespieler zum Training bitten. Tendeziell wäre ja noch Bedarf im Mittelfeld, aber angesichts der Tabelle wird der SCP wohl eher keinen kurzfristigen Zugang holen, sondern (wie bei Wegkamp) schon im Vorgriff auf die nächste Saison schauen. „Kein Schnellschuss“, wie es Hildmann formuliert. „Wir schauen uns aber schon im Winter Spieler an.“

Einer ist kein Neuzugang, aber wird in den kommenden Tagen zumindest verstärkt bei den Senioren mitmischen: Deniz Bindemann (noch 17), gerade erst im Sommer in die U19 gerutscht, soll vorerst die Einheiten mitmachen. „Ihn wollen wir auf jeden Fall noch näher heranführen“, so Hildmann. Zumal derzeit nicht absehbar sei, wann es mit der U19 weitergehe.

Testspiel auf Schalke

Nur einen Test wird der SCP durchführen; am kommenden Samstag geht es ins alte Parkstadion, bzw. das umgebaute neue Jugendstadion vor den alten Rängen. Ein Wiedersehen mit dem Team, das zuletzt vor Weihnachten ein 1:1 sicherte. „Das eine Testspiel genügt“, meint Hildmann. Wohl auch deswegen, weil ohnehin kein anderer (negativ getesteter) Gegner zu finden war. „Ich bin froh, dass wir dieses eine Spiel haben.“ Und ganz ehrlich: So lange war diese Pause nun wahrlich nicht, als dass eine komplette Vorbereitung anstünde.

Eine einzige Woche (nämlich die aktuelle) bleibt dem Trainer, um die Automatismen wieder aufzufrischen, das Gefühl für den Ball wieder zu bekommen. „Fit sind alle, jeder hat seinen individuellen Plan erfüllt“, zeigt sich Hildmann erfreut. Konditionell werde man gar nicht viel tun, das sei nicht nötig. Eher werde es um die Themen Einstellung und individuelle Taktik gehen. Und dann beginnt ja schon die normale Trainingswoche mit Blick auf Rödinghausen.

Und der SVR ist dann auch der Start in die Restsaison. Das Ziel dabei wird sicher nicht mehr Aufstieg lauten. Dafür liegt Essen mit 16 Punkten doch arg weit weg. Offenbar kann auch nicht der hochgewettete BVB II den Rot-Weißen folgen. Platz 3 ist allemal machbar.

Aber konkrete Ziele mag der Trainer gar nicht an Tabellenplätzen festmachen. „Ich will die Spiele gewinnen, die wir in der Hinrunde nicht gewonnen haben. Einfach so viele Spiele ziehen wie eben möglich.“ Dabei käme Rödinghausen zum Start ganz passend, denn damals, zum Saisonauftakt, kam der SCP am Wiehen nur zu einem 1:1.

„Wir wollen nicht nachlassen, sondern schauen, was passiert. Da denke ich einfach kurzfristig“, so Hildmann. Gemeint ist hier: Immer einfach nur das nächste Spiel. Die nächste Aufgabe.

Dass man ihn und sein Team dabei auch genau beobachten wird, liegt auf der Hand. Gerade im November und Dezember verlor der SCP doch einige Punkte. Für Hildmann wahrlich keine Überraschung. Schließlich seien in diese Zeit auch viele wichtige Spieler ausgefallen – von Holtby über Daube und Hoffmeier bis hin zu Schwadorf. Wichtige Achsen, die mit ihrer Routine (oder den Leistungen aus den Wochen zuvor) eben auch Einfluss auf das Spielgeschehen haben. So etwas steckt der aktuelle Kader nicht leicht weg.

Insofern ist der Jahresstart auch positiv. Denn bis auf Alexander Langlitz sind alle einsatzbereit. Bei Langlitz wird es noch eine Woche dauern, ehe wieder mehr als bloßes Lauftraining möglich sein wird. Die Partie gegen Rödinghausen kommt wohl zu früh für ihn. Auch Jules Schwadorf ist noch nicht wieder bei 100 Prozent, aber immerhin im Training.

Also: Die Ansage ist klar, auf in den langen Anlauf zur Saison 2021/2022…