Preußen Münster auf Schalke: Ohne 4 die 80 reißen

Preußen Münster auf Schalke: Ohne 4 die 80 reißen

Juni 4, 2021 1 Von Carsten Schulte

Einmal noch. Ein Spiel. Einmal noch so viel geben, wie eben geht. Dann ist Feierabend. Am Samstag spielt der SC Preußen Münster in den Resten des alten Parkstadions und hat nur noch dieses eine Ziel: Mit einem Sieg 81 Punkte erreichen, damit wäre ein Zwei-Punkte-Schnitt möglich. Was für ein bärenstarkes Ergebnis das wäre nach einem so schwierigen Jahr!

Artikelbild: Testspiel FC Schalke II gegen Preußen Münster im Januar 2021. Der SCP gewann mit 3.2. Hier jubelt Niklas Heidemann.

Die Spuren der Saison sind aber nicht mehr zu verkennen. Der Höhepunkt mit dem Westfalenpokalfinale ist längst geschafft, nun schlägt Müdigkeit durch und die Körper werden anfälliger. Für das Auswärtsspiel fehlen dem SC Preußen vier Spieler: Der so unglaublich stabile Dennis Daube, Max Schulze Niehues kehrt in dieser Saison ebenfalls nicht mehr zurück ins Tor, auch Alexander Langlitz (Knie) und Marcel Hoffmeier (Adduktoren) setzen aus. „Marcel hat mir zwar gesagt, er könne spielen, aber warum etwas riskieren? Das ist doch Quatsch.“ Statt Einsatzzeit gibt’s von Trainer Sascha Hildmann eine vorzeitige Pause – es wäre tatsächlich sinnlos, sich in einem ansonsten bedeutungslosen Spiel noch irgendeine Verletzung zuzuziehen. „Dann nehme ich ihn lieber raus.“ Anders hätte Hildmann wohl nur gehandelt, wenn es auf Schalke eine Art Endspiel gegeben hätte, aber so …

Damit fehlen dem SCP schon ein paar Stützen. Aber es sind ja noch genug andere da, die einspringen können.

Nach dem „harten Jahr“ will der SCP das letzte Spiel noch einmal so angehen wie alle Spiele. Ob das dann wirklich noch so klappt? Auf Schalke dürfen 500 Fans auf der gewaltigen Tribüne, früher die Gegengerade, Platz nehmen. Das wird vor allem die U23 der Königsblauen motivieren. „Aber wir hoffen trotzdem auf drei Punkte“, so Hildmann. „Das wäre eine Ansage und auch für den SC Preußen eine ganz gute Werbung.“ Also wolle man engagiert rein gehen. Dazu gehört auch eine Vorbereitung wie immer: Videoanalyse, volles Training. Alles so wie immer, aber unter gänzlich anderen Umständen.

In den Resten des alten Parkstadions war der SCP zuletzt im Januar zu Gast.

Denn nach der Partie – egal wie sie endet – verstreuen sich die Preußen erst einmal für ein paar Wochen in alle Himmelsrichtungen. Die Trainingspläne von Athletikcoach Tim Geidies sind erstellt, alle dürfen mal ein paar Wochen durchschnaufen. Auch der Trainer, der nach dem Spiel in Gelsenkirchen direkt weiter in die pfälzische Heimat reist.

„Lieber der BVB II“

Die Entscheidungen in der Regionalliga verfolgt der SCP sicher interessiert, aber eben nur als Zuschauer. Macht es der BVB? Oder doch RW Essen? Sascha Hildmann hat eine klare Meinung. „Ich würde lieber den BVB als Aufsteiger sehen.“ Aus zwei ganz und gar pragmatischen Gründen (ehe Revier-Medien daraus wieder einen Skandal stricken): Zum einen würde Hildmann im kommenden Jahr lieber gegen RWE vor Fans spielen („Und in Essen vor Fans.“), zum anderen sei der BVB schlichtweg unberechenbar. „Die würden doch wieder Spieler von überall holen, die haben einen unendlichen Pool. Da kicken Spieler in der Champions League und dann drei Tage später in Wegberg-Beeck. Das ist alles nicht gerecht.“ Eine alte Klage, immer wieder diskutiert, vorerst nicht zu ändern. Aber wenn der BVB mit seinen Möglichkeiten weg wäre, würde das dem SCP sicher besser gefallen. Und auch Essen, um es einmal so zu sagen.

Wobei: In der Rückrunde war sowieso kein Team besser als der SCP. Nur bei einer Preußenniederlage auf Schalke könnte der BVB II die Adler noch überholen. In den 19 Partien der Rückrunde holte der SCP sagenhafte 44 Punkte, der BVB 43 und RW Essen gerade mal 37. Gerne würde der SCP wenigstens diese kleine Genugtuung noch mitnehmen, am Ende in der Rückrunde besser gewesen zu sein als der Aufsteiger. Auch wenn’s nichts weiter bringt und schlimmstenfalls etwas sticht.