4:1 gegen Saarbrücken: Preußen Münster hat Zweitliga-Aufstieg in der eigenen Hand

4:1 gegen Saarbrücken: Preußen Münster hat Zweitliga-Aufstieg in der eigenen Hand

5. Mai 2024 1 Von Carsten Schulte

Man muss sich die Augen reiben und glaubt es trotzdem nicht. Am drittletzten Spieltag der 3. Liga hat sich der SC Preußen Münster an Regensburg vorbei auf Platz 2 geschoben und hat den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga nun in der eigenen Hand. Mindestens der Platz im DFB-Pokal ist dagegen auch rechnerisch schon gebucht.

Mit nun 64 Punkten kann der SCP das Geld aus dem DFB-Pokal bereits einplanen. Platz 5 (Dresden) ist 8 Punkte weg, maximal 6 sind noch zu vergeben, da brennt nichts mehr an. Mehr noch: Auch RW Essen ist nun 6 Punkte weg – und die Rot-Weißen haben ein vergleichsweise miserables Torverhältnis. Münster müsste seine letzten beiden Saisonspiele jeweils hoch verlieren und Essen mindestens hoch gewinnen. Damit steht seit Sonntag fest: Platz 3 ist bereits halbwegs sicher. Schon ein einziger Punkt aus den letzten beiden Spielen genügt, um wenigstens in die Relegation zu kommen. Doch das ist jetzt nicht (mehr) das Ziel. Jetzt soll der direkte Aufstieg her. Man fasst es kaum.

Nach den Ergebnisse des Vortags wusste alle beim SCP Bescheid. „Ich habe den Jungs gesagt, ihr wisst alle, was passiert ist“, meinte Sascha Hildmann später. Auch ihn hatten reichlich WhatsApp-Nachrichten erreicht – als wüsste er nicht selbst, was da passiert war. Fast lapidar meinte er: „Ich habe in der Kabine gesagt, entweder wir gehen jetzt raus und holen uns die Punkte oder wir lassen es.“ Eine Mehrheit habe sich dann für den Heimsieg entschieden… so Hildmann breit grinsend.

Auf dem Feld war das dann vor 12.323 Zuschauern deutlich zu spüren. Wie die Feuerwehr legte der SCP los, überrannte Saarbrücken in den ersten zehn Minuten. Marc Lorenz zirkelte eine Hereingabe so scharf und krumm in den Strafraum, dass sie sich ins lange Eck senkte. Die Führung nach nur 7 Minuten. Eine Schrecksekunde nach Saarbrückens erster Chance direkt danach brachte aber sofort das 2:0. Diesmal war es Joel Grodowski, der von rechts im Strafraum abzog und traf. Lorenz wie Grodowski zogen vor der Ostkurve ihre Kreise – da tobte das Stadion bereits.

Saarbrücken wurde in der Folge deutlich besser – mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse, sogar richtig gute Chancen. Aber das Tor fiel halt nicht. Dagegen zeigte sich der SCP wieder einmal hoch effizient. Zum Ende der vierminütigen (!) Nachspielzeit in der ersten Hälfte brachte Lorenz eine Ecke in die Mitte, wo der Ball im Gewühl letztlich bei Jano ter Horst landete, der schon wie in Köln aus Kurzdistanz abstaubte. Einfach nicht zu glauben. Mit einem 3:0 ging es in die Pause.

Kurz nach Wiederanpfiff bekamen Malik Batmaz und Lorenz die Chance zum 4:0 – aber Lorenz scheiterte letztlich am Saarbrücker Keeper. Die nächste Chance gehörte dann den Gäste und die saß: Einen Freistoß knallte Tim Civeja an den Pfosten, den Abpraller drückte Dominik Becker mit langem Fuß ins Tor. Das 1:3… noch einmal ein Mutmacher für die Gäste?

Naja. Denn sofort zog der SCP wieder an. Grodowski scheiterte mit einem Schuss, nachdem Batmaz im ersten Anlauf noch gestoppt worden war.

Drei Minuten später jubelte dann auch Batmaz: Diesmal verwandelte der Stürmer ein Zuspiel von Sebastian Mrowca flach zum 4:1. Damit war die Sache dann wirklich durch. Dem FCS fiel nun nichts wirklich Taugliches mehr ein, Münster spielte es herunter. Und dann wurde gefeiert, Münster auf Platz 2, nach 33 Jahren riecht es nach 2. Liga in Münster.

Spieldaten
SCP: Schulze Niehues – ter Horst, Koulis, Hahn, Böckle – Bouchama (46. Deters), Mrowca (72. Preißinger), Bazzoli, Lorenz (81. Kyerewaa) – Grodowski (66. Steczyk), Batmaz (81. Wegkamp)
Saarbrücken: Schreiber – R. Becker, Zeitz, D. Becker – Boeder, Sontheimer, Gaus (63. Di Michele Sanchez) – Kerber, Civeja (73. Günther-Schmidt) – Naifi (46. Brünker), Stehle (63. Biada)
Tore: 1:0 Lorenz (7.), 2:0 Grodowski (10.), 3:0 ter Horst (45.), 3:1 Becker (57.), 4:1 Batmaz (69.)
Schiedsrichter: Max Burda (Berlin)
Zuschauer: 12.323
Gelbe Karten: Koulis, Deters / Brünker, Stehle, Di Michele Sanchez

Spiele am 36. Spieltag
VfB Lübeck5:3 (1:1)MSV Duisburg
SC Freiburg II3:1 (1:0)SSV Jahn Regensburg
SSV Ulm 18462:0 (0:0)FC Viktoria Köln
Dynamo Dresden0:1 (0:0)SC Verl
Erzgebirge Aue1:0 (0:0)Arminia Bielefeld
TSV 1860 München1:2 (1:1)Borussia Dortmund II
SV Sandhausen2:0 (0:0)RW Essen
SC Preußen Münster4:1 (3:0)1. FC Saarbrücken
Hallescher FC05.05, 16.30SpVgg Unterhaching
FC Ingolstadt 0405.05, 19.30SV Waldhof Mannheim
36. Spieltag
MannschaftSp.ToreDiff.Punkte
1SSV Ulm 18463659:352471
2SC Preußen Münster3666:471964
3SSV Jahn Regensburg3650:401062
4RW Essen3657:49858
5Dynamo Dresden3652:391356
6Erzgebirge Aue3647:45256
7SV Sandhausen3655:52355
81. FC Saarbrücken3657:421554
9Borussia Dortmund II3656:50653
10SpVgg Unterhaching3548:45352
11SC Verl3655:52350
12FC Ingolstadt 043557:48949
13FC Viktoria Köln3658:63-548
14TSV 1860 München3639:40-143
15Arminia Bielefeld3646:47-142
16SV Waldhof Mannheim3546:55-939
17Hallescher FC3549:66-1738
18MSV Duisburg3639:59-2033
19VfB Lübeck3633:68-3531
20SC Freiburg II3635:62-2727