Rückkehrer Lukas Frenkert: „Fühlt sich nicht wie ein Rückschritt an“

Rückkehrer Lukas Frenkert: „Fühlt sich nicht wie ein Rückschritt an“

3. Januar 2022 1 Von Carsten Schulte

Der SC Preußen Münster startete am Montagnachmittag wieder ins Training. Mit dabei war auch Rückkehrer Lukas Frenkert, der nach einem halben Jahr in der U23 des FC Schalke wieder für Münster aufläuft. Kein Rückschritt, wie er im Gespräch mit 100ProzentMeinSCP sagt.

Anfang des Jahres 2021 machte Lukas Frenkert Nägel mit Köpfen. Einige gute Einsätze in der Regionalliga-Mannschaft brachten dem Abwehrspieler Aufmerksamkeit, unter anderem von Schalke. Im März gab Frenkert den Königsblauen die Zusage, im Sommer wechselte er in die Knappenschmiede. Sportlich lief es für ihn durchaus gut. Als Quasi-Stammspieler war er auf Schalke im Einsatz, machte 15 Spiele. Und dennoch endete der Vertrag vorzeitig. Ab sofort spielt er wieder in Münster, erhält dort einen „langfristigen“ Vertrag, wie der SC Preußen am Montag mitteilte.

Aber warum die Rückkehr? „Ich habe mich auf Schalke nie so ganz wohl gefühlt“, gibt Frenkert zu. Das lasse sich auch gar nicht an einem ganz bestimmten Thema festmachen. „Ich bin dort einfach nicht warm geworden. Das hatte verschiedene Gründe. Sicher war der Umzug aus dem Münsterland ein Schritt, aber das gesamte U23-Konstrukt hat mir am Ende nicht so zugesagt.“

So ging es am Ende zügig. „Zwei Vereine hatten Interesse, darunter der SCP“, so Frenkert. Binnen zwei Wochen und nach vielen Gesprächen war die Rückkehr perfekt.

Für Frenkert wichtig: „Das ist kein Rückschnitt, keine persönliche Niederlage, eher im Gegenteil ein Fortschritt.“ Die Preußen hatten ja kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie den nun 21-Jährigen nur ungern hatten ziehen lassen. Aus Münster hatte man Frenkerts Weg natürlich verfolgt und am Ende gab wohl das Herz den Ausschlag. „Ich habe mich hier halt immer total wohlgefühlt, ich stehe zum Verein. Mir ist es wichtig, hier meine Zufriedenheit wiederzufinden.“

Kaum Eingewöhnungszeit nötig

Da dürfte die Eingewöhnungszeit kaum eine Rolle spielen. „80 Prozent des Teams kenne ich ja noch, die Neuen machen alle einen netten Eindruck.“ Es werde also nicht lange dauern, ehe sich alles wieder so anfühlt wie vor einem halben Jahr.

Der Blick nach Schalke fällt bei Frenkert aber keinesfalls bitter oder verärgert aus, im Gegenteil. „Das halbe Jahr hat mich weitergebracht, ich habe neue Eindrücke gesammelt, bin gewachsen.“ Und Schalke habe ihm eben auch keine Steine in den Weg gelegt. Das war auch nicht selbstverständlich, schließlich lief Frenkerts Vertrag noch bis 2023. Aber am Ende sei es die beste Entscheidung sich zu trennen, wenn einer unzufrieden sei. Das helfe weder Schalke noch ihm selbst, so Frenkert. Der Abschied vom S04 sei sauber verlaufen, da sei keine verbrannte Erde hinterlassen worden.

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Eine richtige Perspektive für die Zweitliga-Mannschaft gab es wohl auch nicht, wenngleich Frenkert betont, dass dieses Thema keine Rolle gespielt habe. Auch nicht beim Wechsel im Sommer. „Natürlich hätte ich mich nicht gewehrt“, so Frenkert. Aber es sei für ihn eher wichtig gewesen, mal etwas anderes zu sehen, sich zu entwickeln. Und wie gesagt: Sportlich gab es keine Probleme, es war mehr das Gesamtkonstrukt, das nicht zu Frenkert passte.

Und weil er die Signale aus Münster spürte, war die Rückkehr schnell beschlossen. Sein Eindruck: „Alle freuen sich, dass ich wieder da bin“, so Frenkert. Die Reaktionen aus dem Klubumfeld auf den Transfer unterstützen diesen Eindruck, das beruht auf Gegenseitigkeit.

Dass er nicht automatisch in die Startelf rücken dürfte, nimmt Frenkert dabei an. Ganz nüchtern ist sein Ansatz: „Ich habe da keine klaren Erwartungen. Ich will einfach meine Stärken einbringen, muss Gas geben, auf meine Chance warten.“ Am Ende sei es dann wie immer die Entscheidung des Trainers. Der bisherige Saisonverlauf zeigt aber immerhin, dass sich immer Plätze ergeben, also auch für den Rückkehrer.

Dass er nun von einem Klub aus dem Mittelfeld direkt wieder mitten in den Aufstiegskampf springt, gehört dazu. „Das wird nicht einfach“, lässt er sich über die restlichen 17 Spiele immerhin entlocken. Und ergänzt dann in bestem Trainer-Sprech: Man wolle jedes Spiel gewinnen, es seien noch ein paar Monate, prognostizieren lasse sich nichts.

Nur, dass Lukas Frenkert bald wieder im vertrauten schwarz-weiß-grünen Umfeld spielt, das ist sicher. Und Anfang April gibt’s ein Wiedersehen mit dem alten Team, wenn der SCP ins Parkstadion reist.