Die Ex-Preußen im Einsatz zwischen Bundesliga und Regionalliga

Die Ex-Preußen im Einsatz zwischen Bundesliga und Regionalliga

20. März 2023 3 Von Carsten Schulte

In unregelmäßigen Abständen schaut 100ProzentMeinSCP auf frühere Preußen und wo sie heute spielen. Im aktuellen Überblick ist wieder eine Auswahl zahlreicher Ex-Spieler des SC Preußen Münster zwischen Bundesliga und Regionalliga aufgeführt – wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzungen gerne in den Kommentaren.

Artikelbild: Abschiede im Sommer 2019… einige der dortigen Preußenkicker wie Fabian Menig oder Martin Kobylanski oder Sandrino Braun tauchen in diesem Text ebenfalls auf.

In der Bundesliga finden sich eher wenige ehemalige Preußen. Eine Ausnahme ist Pellegrino Matarazzo, der einst als Spieler in Münster aktiv war, mittlerweile aber Trainer bei der TSG Hoffenheim ist (am Wochenende sicherte er sich mit seinem Team einen 3:1-Sieg gegen Hertha BSC).

Auf Schalke feiert Marius Bülter derzeit einige Erfolge. Der ehemalige Rödinghauser war in der Jugend beim SC Preußen Münster in der U17 und U19 aktiv, er nach Rheine wechselte.

2. Bundesliga

Philip Heise unterlag mit dem Karlsruher SC am Wochenende beim 1. FC Heidenheim klar mit 2:5. Der mittlerweile 31-Jährige spielte zwischen 2011 und 2013 in Münster, kam dort auf immerhin 48 Spiele (1 Tor), aber war irgendwie nie sie richtig dran. Mal spielte er über 90 Minuten, dann fehlte er wochenlang im Kader oder saß nur auf der Bank. So richtig wussten Marc Fascher und später Pavel Dotchev nichts mit ihm anzufangen.

In Paderborn ist Marcel Hoffmeier weiter Stammspieler, unterlag allerdings in Regensburg mit 0:1. Das war schon ein Dämpfer auf die kleinen Aufstiegshoffnungen des SCP07. Der 23-Jährige stand in allen 25 Partien in der Startelf.

Patrick Drewes (Torwart, 2016/2017 von Wolfsburg nach Münster verliehen und nur mit 5 Einsätzen für den SCP, 3 in der 3. Liga, 2 im Westfalenpokal), kassierte mit dem Schlusslicht SV Sandhausen eine heftige 0:5-Klatsche gegen St. Pauli. Mit 4 Punkten Rückstand hat Sandhausen aber immer noch Chancen auf den Klassenerhalt.

Beim Derbysieg von Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96 fehlte Ex-Preuße Danilo Wiebe (64 Spiele zwischen 2015 und 2019 für Münster, 2 Tore. Zum Saisonbeginn saß er über Wochen nur auf der Bank, ein eher ungewohntes Gefühl für den 28-Jährigen. Ab Herbst zählte er wieder zu den Stammkräften, verletzte sich aber Anfang März am Schienbein und fällt seitdem aus. Insgesamt kommt er auf 14 Saisonspiele, davon 9 in der Startelf (2 Tore).

3. Liga

Die 0:3-Niederlage im Spitzenspiel in Wiesbaden tat Waldhof Mannheim am Samstag richtig weh. Gleich drei Ex-Preußen gehörten zur Startelf: Julian Riedel, Alexander Rossipal und Fridolin Wagner waren am Ende wohl enttäuscht über den Verlust wichtiger Punkte. Mit 48 Punkten lauter Mannheim auf Platz 6 aber immer noch hinter den Spitzenrängen – aktuell mit 2 Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz, den nun Wiesbaden innehat.

Einige Ex-Preußen waren auch beim 3:3 zwischen dem MSV Duisburg und dem SC Verl im Einsatz. Marvin Bakalorz (22 Einsätze, 2 Tore) und Sebastian Mai (21 Einsätze, 1 Tor) auf Seiten des MSV, Joel Grodowski in Reihen des SC Verl. Der Sportclub hält sich erstaunlich sicher in der 3. Liga – steht aktuell mit 39 Punkten auf Platz 10 der Liga. Beim MSV dagegen geht es weiter nur bedingt voran, mit 35 Punkten rangiert der Klub zwar halbwegs komfortabel mit 8 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge, aber ganz sicher ist der MSV eben noch nicht. Grodowski, der verletzungsbedingt einen schweren Start in Verl hatte, kommt in dieser Saison auf immerhin 25 Einsätze mit 4 Toren.

Adriano Grimaldi und Justin Steinkötter kamen für Saarbrücken beim 3:0 gegen RW Essen nur als Einwechselspieler nach 74 Minuten zum Einsatz. Grimaldi (31) steht aktuell bei 23 Spielen (aber nur 8 in der Startelf) und 6 Toren. Im Herbst musste er wochenlang pausieren mit einem Muskelbündelriss, in den jüngsten drei Partien traf er aber zweimal. Der 23 Jahre alte Steinkötter kommt bisher nur auf 12 Ligaeinsätze (nur ein Einsatz in der Startelf) und 1 Tor. In 13 Spielen gehörte er immerhin zum Kader, wurde aber nicht eingewechselt. Seit 2021 spielt er beim 1. FCS.

In Abstiegsgefahr steckt Moritz Heinrich (44 Ligaspiele und 1 Tor zwischen 2017 bis 2019 in Münster) mit der SpVgg Bayreuth. Am Wochenende verlor Bayreuth sogar das direkte Duell gegen Konkurrent VfB Oldenburg mit 1:2. Das erfreute dann eher den Ex-Preußen Oliver Steurer (war 2020 ein halbes Jahr lang aus Heidenheim an Münster ausgeliehen). Steurer gehörte zur Startelf der Oldenburger, wo er Stammkraft ist (28 Spiele, 1 Tor).

Tja, und was macht Elversberg? Der in den vergangenen Monaten so bärenstarke Aufsteiger liegt noch immer auf Kurs Richtung 2. Bundesliga, ist aber nun seit fünf Spielen sieglos (4 Unentschieden, 1 Niederlage). Die Spielvereinigung erlebt ihre erste echte Schwächephase der Saison. Und auch am Wochenende kam Elversberg nicht über ein 1:1 gegen Halle hinaus. Immerhin sorgte Ex-Preuße Luca Schnellbacher für die zwischenzeitliche 1:0-Führung. Der 28 Jahre alte Stürmer steht bei 21 Spielen und immerhin 13 Toren – so gut war er in Münster in der Abstiegssaison 2019/2020 nicht … Sinan Tekerci ist auch noch an Bord, wird derzeit aber kaum eingesetzt. Im Kalenderjahr 2023 reichte es nur zu drei Mini-Einsätzen über insgesamt 11 Minuten. Für Münster absolvierte der heute 29-Jährige 2016/2017 insgesamt 31 Ligaspiele (4 Tore).‚

Cyrill Akono spielt mittlerweile beim BVB II, kam aber beim 4:0 gegen Zwickau erst nach 92 Minuten kurz aufs Spielfeld. 2019 verließ der nun 23-Jährige den SCP Richtung Mainz, hatte dort aber keine Chance auf das Bundesligateam. Über Lübeck und Verl landete Akono Anfang 2023 beim BVB. Für die Schwarz-Gelben machte er bisher 10 Partien, stand viermal in der Startelf – blieb aber bisher ohne Tor. Auf Zwickauer Seite konnten die Ex-Preußen Jan Löhmannsröben (17 Spiele in der Rückserie 2019/2020 für Münster) und Robin Ziegele (25 Regionalliga-Spiele und 2 Tore in der Saison 2021/2022) die Niederlage der Zwickauer nicht verhindern.


Dimitrij Nazarov (44 Spiele und 9 Tore in der Saison 2012/2013 für Münster) erlebt in Aue aktuell eine Art dritten (oder zehnten?) Frühling? Beim FC Erzgebirge ist er aktuell wieder Stammkraft, traf zuletzt auch häufiger (insgesamt nun 8 Treffer in 25 Spielen). Am Wochenende unterlag der frühere Preuße aber mit 1:3 gegen 1860 München. Aue verschaffte sich auch dank Nazarov zuletzt eine bessere Position in der 3. Liga und liegt mit 36 Punkten im Mittelfeld. Martin Kobylanski feierte zwar, wurde für München aber erst in der 90. Minute eingewechselt. Er kommt in dieser Saison auf 21 Einsätze (3 Tore), stand aber nur in 10 Partien in der Startelf, wurde in 5 Spielen trotz Kaderplatz nicht einmal eingewechselt. Durchwachsen darf man das wohl nennen.

Achja: Münsters ehemaliger Sportchef Malte Metzelder ist nach dem Abstieg mit dem SCP nun auch in Ingolstadt gescheitert, wie er offenbar selbst vermutet. Jedenfalls hat der Klub mitgeteilt, dass Metzelder seinen Job zur Verfügung gestellt habe.

Regionalliga Nord

Zwei Ex-Preußen kassierten mit dem Nord-Tabellenführer VfB Lübeck am Wochenende eine überraschende Niederlage: Manuel Farrona Pulido und Marvin Thiel (eingewechselt) verloren mit dem VfB beim Abstiegskandidaten FC St. Pauli II nach eigener Führung noch mit 1:2. Einziger Verfolger ist der Hamburger SV II, der aber bei Kellerkind Holstein Kiel II nur zu einem 2:2 kam. VfB und HSV stehen beide bei 55 Punkten, allerdings hat Lübeck ein Spiel weniger absolviert.

Aus Preußensicht erfreulich war das 1:1 des SC Freiburg II beim VfL Osnabrück, der damit zwei Punkte im Aufstiegsrennen liegen ließ. Für Freiburg wurde Sandrino Braun kurz vor Ende eingewechselt. Der nun 34-Jährige spielt seinem Abschied in Münster 2019 für die Breisgauer und kommt in dieser Saison immerhin auf 14 Drittliga-Spiele, wenngleich überwiegend als Einwechselspieler.

Regionalliga Nordost

Jan Dahlke gewann mit seinem aktuellen Klub Carl Zeiss Jena mit 2:0 gegen die BSG Chemie Leipzig und steuerte in der 90. Minute das Tor zum 2:0 bei. Er war nach 77 Minuten eingewechselt worden. Der 25-Jährige machte bisher 18 Partien (3 Tore), stand in 11 Partien in der Startelf. Jena hat mit 44 Punkten aktuell 7 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter RW Erfurt.

Osman Atilgan, 2020/2021 im Eisatz für den SCP, spielt beim 1. FC Lok Leipzig und verlor am Sonntag gegen Energie Cottbus mit 0:2. Rund 4.100 Zuschauer sahen die Niederlage gegen den Tabellenzweiten. Lok selbst rangiert mit 40 Punkten doch deutlich hinter der Spitzengruppe auf Platz 6.

Regionalliga West

Die meisten Ex-Preußen sind den Fans des SCP aus den vergangenen Jahren wohl in Erinnerung, daher hier nur als Auswahl: Benedikt Zahn stand zuletzt gar nicht mehr im Kader des SC Wiedenbrück, kam aber insgesamt auf 16 Einsätze (2 Tore). Kaan-Marienborn gewann mit Preußens Ex-Kapitän Julian Schauerte und dem eingewechselten Nico Brandenburger mit 5:1 in Düsseldorf. Der Wuppertaler SV kam zu einem 1:0-Sieg gegen Rödinghausen, beteiligt waren daran Lion Schweers und Kevin Pires-Rodrigues (eingewechselt).

Dagegen kassierte RW Ahlen eine weitere bittere Heimniederlage – ausgerechnet im Nachbarschaftsderby gegen Lippstadt. Jannik Borgmann wurde nach 46 Minuten eingewechselt, auch Cihan Özkara kam erst nach 56 Minuten. In Ahlen steht auch Dominik Klann seit Anfang 2023 unter Vertrag. Der 23-Jährige kommt dort bisher auf 6 Einsätze.

Jules Schwadorf spielt weiter bei Fortuna Köln (14 Einsätze, 1 Tor), ist aber seit Ende Februar verletzt. Ganz bitter verläuft die Saison bisher für Joshua Holtby (Borussia Mönchengladbach II). Erst stoppte ihn im Sommer eine Innenbandverletzung und sorgte für eine Pause bis in den Dezember, dann warf ihn eine Blinddarmoperation im Februar zurück. Gegen Bocholt stand er beim 4:3-Sieg wieder im Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Insgesamt machte er nur 5 Einsätze in der laufenden Saison.

Regionalliga Südwest

Münsters vermutlich „unbekanntester“ Dauerbrenner Phiipp Hoffmann (161 Spiele und 13 Tore für Münster zwischen 2014 und 2020) spielt nach wie vor beim FC Homburg, wohin der 2020 wechselte. Hoffmanns Zeit in Münster wirkt immer so ein bisschen unentschlossen, mal war er Stammkraft, dann wieder nicht, so richtig warm wurden die Fans mit dem Spieler nie, auch wenn es um Hoffmann nie irgendeinen Ärger gab. Sein Abschied nach immerhin 6 Jahren im Preußendress ging im Abstiegstrubel 2020 einfach unter, plötzlich war er weg. Mit Homburg spielt er aber eine starke Saison, dennoch liegt Homburg mit 8 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter SSV Ulm schon etwas dahinter auf Platz 2.

Dort, in Ulm, spielt auch Tobias Rühle noch. Der fehlte aber am Wochenende beim 1:0-Sieg des Spitzenreiters in Koblenz. Rühle hat in dieser Saison keinen einfachen Stand, stand nur in 5 Spielen in der Startelf und steuerte nur 2 Treffer bei. Gegenüber, in Koblenz, spielt derzeit José Vunguidica, der 2011/2012 immerhin 26 Ligaspiele (4 Tore) für Münster machte und den der SCP eigentlich gern gehalten hätte, ehe er nach Wiesbaden ging. Nach Stationen in Sandhausen, Saarbrücken und Unterhaching ist er seit Februar 2023 in Koblenz unter Vertrag. Beim 0:1 gegen Ulm stand er in der Startelf.

Im Südwesten spielt aktuell ja auch Kevin Schacht (leihweise). Im Winter wurde er an Eintracht Trier verliehen, kam in den bisherigen 3 Partien des Kalenderjahres in 2 Spielen zum (Startelf-)Einsatz (1 Torvorlage). Beim 1:3 gegen den Bahlinger SC stand er ohne Einsatz im Kader.

Regionalliga Bayern

Fabian Menig stand beim 2:2 gegen den VfB Eichstätt in der Startelf, sein Team kam aber nur zu einem 2:2. Für den „Club“ hat er seit seinem Wechsel Februar 2022 mittlerweile 36 Ligaspiele bestritten (4 Tore) – aber die meisten Spiele für einen Klub machte er nach wie vor in Münster (74 Ligaspiele). Menig steht mit Nürnberg II zwar auf Platz 3 der Regionalliga Bayern, aber hat auch aktuell 14 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Unterhaching.